Internationaler Tag gegen Rassismus

Internationaler Tag gegen Rassismus

21/03/2019

16:00 Uhr - 19:00 Uhr

Platz der Alten Synagoge

Platz der Alten Synagoge

Freiburg

Gemeinsam mit anderen Vereinen und Intiativen vom Netzwerk respect macht FAIRburg einen Infotisch auf dem Platz der Alten Synagoge – mit den Projekten samo.fa und Zwischenraum!

Rufine Songue verliest vor dem Theater die Petition. S., der seit vier Monaten aktives Mitglied von OUR VOICE ist, soll aus der LEA in einen Ort in Baden-Württemberg verlegt werden – und wird damit aus seinem Deutschkurs und seinem Arbeitszusammenhang gerissen. FAIRburg e.V. möchte, dass er der Redaktion von OUR VOICE erhalten bleibt. Er ist ein wichtiger Multiplikator für Neuangekommene Freiburger_innen.

“Mit der Zustimmung der Stadt Freiburg, eine Landeserstaufnahme einzurichten, hat sich die Stadt von der Folgeunterbringung freigekauft. Das bedeutet, dass alle Menschen, die hier in Freiburg in der LEA untergebracht sind, weiter an einen anderen Ort transferiert werden.

Für Bürokrat_innen hinter ihren Statistiken mag das Sinn machen, für die Menschen nicht!

Denn jeder Versuch, in dieser Gesellschaft Fuß zu fassen, ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Menschen kurzfristig und ungefragt verlegt werden.

Wenn Menschen trotz aller Hürden hier in Freiburg ankommen, sich engagieren, vernetzen und Freundschaften schließen, wird dieser Prozess mit dem sicheren Transferbescheid wieder zunichte gemacht.

Wir haben es satt, dass unsere Freund_innen und die Menschen, die sich mit uns engagieren auf winzige Dörfer auf der Schwäbischen Alb verlegt werden! Und das obwohl (oder gerade weil?) wir uns beim Regierungspräsidium für ihr Bleiben eingesetzt hatten. Wir denken z.B. an unseren Freund John aus Nigeria – die Bilder seiner von Boko Haram getöteten Familie verfolgten ihn ständig. Bei Our Voice und Together as One konnte er sich anderen anvertrauen und er nutzte das Radio, um öffentlich seine Meinung zu sagen. Von einem Tag auf den anderen war er weg. Oder David, der mit dem Sicherheitspersonal der LEA aneinander geriet, weil er mit dem Aufnahmegerät seine Mitbewohner_innen über ihr Leben in der LEA befragen wollte. Am nächsten Tag kam die Polizei und beschuldigte ihn des Diebstahls (des Recorders). Kurz darauf kam der Transferbescheid.

Das Konzept von LEAs und Ankerzentren beinhaltet Arbeitsverbote, Residenzpflicht und Besuchsverbote. Die Lager dienen lediglich der Isolation und Desintegration von Geflüchteten und sind menschenunwürdig!

Die gleichzeitige Forderung an Geflüchtete, sich zu “integrieren”, ist verlogen und heuchlerisch, solange jedes Engagement systematisch im Keim erstickt wird.

S. lebt seit …. in der LEA. Seit Oktober ist er zu einem festen Bestandteil unseres Teams geworden, ein talentierter Redakteur und ein guter Freund. S. soll bleiben! Geflüchtete sollen selbst entscheiden, wo sie leben möchten!

Wir fordern die Stadt Freiburg auf, die Folgeunterbringung zu ermöglichen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Menschen im Asylverfahren zu schützen!

Schluss mit der Verlegungspolitik! Für das Recht auf Freie Wahl des Wohnorts! S. soll bleiben!”

*Name von der Redaktion geändert.

 

Selbstverständlich gab es auch ein feministisches Statement zum Internationalen Tag gegen Rassismus von Kübra Gümüsay! Danke an die Mitdenker_innen aus dem fz*